Immobilie erwerben und schützen

Raiffeisenbank Oberferrieden-Burgthann lud zu Informationsveranstaltung

BURGTHANN – Die Zeit, wo es abends früher dunkler wird, hat uns wieder fest im Griff. Hochkonjunktur für Einbrecher. Die Raiffeisenbank Oberferrieden-Burgthann hat deshalb in ihre Hauptgeschäftsstelle nach Burgthann Referenten eingeladen, die über die Tricks der Täter, Einbruchvorbeugung, Versicherung, aber auch Finanzierung der Immobilie referierten. Kürzlich drehte sich in den neuen Räumen bei einem Infoabend alles rund um das Thema Immobilie und Eigenheim sowie Bausparen. Dabei gewannen die Zuschauer auch einen Blick über den Tellerrand einer Bank hinaus.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Silvio Klein (Vorstand Raiba) gab er das Wort an Sabine Behringer (Immobilienberaterin Raiba), die durch den Abend führte und die verschiedenen Referenten kurz vorstellte. Dann startete die kurzweilige Vortragsreihe mit dem Programmpunkt öffentliche Förderung für Neubau und Renovierung.

Zu Beginn wies Sarah Schachoff (DZ Bank AG, Investitionsförderung und Förderkredite Vertrieb Süd) auf das wirtschaftliche Bauen der Privatkunden bei Neubau und beim Gebäudebestand hin. Wer neu baut, sollte energieeffizient bauen (zum Beispiel KfW-Energieeffizient Bauen, Zuschussprogramm „Energie-Bonus“ Bayern). Wer bei einem bestehenden Gebäude umbaut, sollte neben der energetischen Sanierung die Möglichkeit, dies gleichzeitig altersgerecht zu tun, in Betracht ziehen.

Hierzu muss man vor Beginn des Vorhabens einen Termin mit der Bank vereinbaren, um einen Antrag für einen Kredit fristgerecht zu stellen. Im Bereich der Barrierefreiheit (KfW-Altersgerecht Umbauen) gibt es ebenfalls zahlreiche Fördermöglichkeiten, wie beispielsweise beim Umbau des Bades, Anpassung der Raumgeometrie, Bedienelemente und Hilfssysteme, Treppen und Stufen, Wege zu Gebäuden und Außenanlagen sowie Umgestaltung zu Gemeinschaftsräumen. In Sachen Einbruch fördert die KfW die Nachrüstung von Fenstern und Türen sowie Außenbeleuchtung und Gegensprechanlage an der Haustür mit Videokamera.

„Vollkasko für das Auto, aber warum denn nicht für das Haus?“, war die Eingangsfrage von Patrick Holzenleuchter (Privatkundenbezirksleiter) von der R+V Allgemeine Versicherung, Verbundpartner der Raiba. Wo gehobelt wird, da fallen Späne -  auch beim Hausbau. Die Hausbaupolice beinhaltet alle notwendigen Versicherungen für private Bauherren und schützt so vor unvorhergesehenen Kosten, wie zum Beispiel Brand durch Schweißarbeiten. Die Police bietet: Verlust durch Diebstahl, Bauherrenhaftpflichtversicherung, integrierte Feuerrohbauversicherung und Bauleistungsversicherung. Nebst der Absicherung von Feuer, Wasser, Sturm und Hagel bietet R+V noch mehr und zwar Schutz vor Überspannungsschäden durch Blitz, Rohrbruch und Gebäudeglas. Ebenso zählte Holzenleuchter zahlreiche Hilfsvarianten auf. Doch mit einer Absicherung für die Immobilie allein ist es noch nicht getan. So ging er auch auf die Absicherung der eventuell eintretenden eigenen Berufsunfähigkeit und Tod in der Familie ein.

Einer der größten Bausparfinanzierer ist Schwäbisch Hall, Verbundpartner der Raiffeisenbank. Bezirksleiterin Andja Piljanovic gab einen groben Überblick über die Bausparkasse. Sie zeigte unterschiedliche Möglichkeiten auf, um „Wohnglück“ zu schaffen, nämlich mit einem Bausparvertrag: Beim Bausparen sichert man Zinsen und Prämien. Bei der Sofort-Finanzierung sichert man ebenfalls Zinsen, man bleibt aber flexibel. Man kann aber auch vorsorgen, indem man für eine Modernisierung spart oder man beteiligt den Staat mit Hilfe von Riester-Produkten. „Mit einem Bausparkonto lässt sich vieles tun. Was der Bausparer nicht kann, ist vor Dieben schützen!“

Mit diesen Worten leitete sie zu Hauptkommissar Walter Eibl von der Kriminalpolizei Schwabach über. Entgegen landläufiger Meinung erfolgen Einbrüche häufig zur Tages und Dämmerungszeit, zum Beispiel während einer kurzen Abwesenheit des Bewohners oder an den Wochenenden. Weit über zwei Drittel aller Wohnungseinbrüche werden durch Tageswohnungseinbrecher begangen. In Wirklichkeit dürfte die Zahl aber noch höher liegen, da bei Wohnungseinbrüchen, etwa auf Grund einer urlaubsbedingten Abwesenheit der Wohnungsinhaber, die genaue Tatzeit meist nicht feststellbar ist.

Tageswohnungseinbrüche ereignen sich mehrheitlich in Großstädten. Außerdem fallen Einbrecherbanden oft über ganze Wohnviertel her und räumen dabei schnell Häuser und Wohnungen aus. Für die Besitzer ist dies oftmals ein großer Schock, was in nicht seltenen Fällen Therapien wegen Angstzuständen zur Folge hat. Im Jahr 2015 ist die Zahl der Wohnungseinbrüche erneut angestiegen.  Eingebrochen wurde meist über leicht erreichbare Fenster und Wohnungs- und Fenstertüren, die Einbrecher verursachten dabei einen Schaden von über 441 Millionen Euro. Gleichzeitig stieg jedoch auch die Zahl der Einbruchsversuche, also die Anzahl der gescheiterten Einbrüche, weiter an. Walter Eibl klärte über einbruchhemmende Türen und Tore, Fenster und Fassaden, Rollläden, Gitter, Nachrüstprodukte für Fenster und Türen sowie Profilzylinder, Schutzbeschläge und Einsteckschlösser auf.

Hilfreiche Tipps, wie Haustüre abschließen, Fenster ganz schließen, (Ersatz-) Schlüssel nicht draußen verstecken, bei Verlust des Schlüssels das Schloss auswechseln, die Polizei anrufen, wenn sich Fremde auf dem Nachbargrundstück aufhalten sowie keinen Hinweis auf eigene Abwesenheit geben, gab der Beamte den Zuschauern ebenfalls noch mit nach Hause.

Weitere Infos findet man unter polizei.bayern.de (Rubrik Schützen und Vorbeugen, Beratung, Technische Beratung) oder www.polizeiberatung.de.

Das große Interesse der Zuschauer zeigte sich in den zahlreichen Fragen, die gestellt wurden.

Sabine Rösler

Paul Hartl (Vorstandsvorsitzender der Raiba), Walter Eibl (Hauptkommissar Kripo Schwabach), Sabine Behringer (Immobilienberaterin der Raiba), Andja Piljanovic (Bezirksleiterin Schwäbisch Hall), Patrick Holzenleuchter (Privatkundenbezirksleiter von der R+V Allgemeine Versicherung), Sarah Schachoff (DZ Bank AG), Silvio Klein (Vorstand Raiba).